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Wohnen

Wir sitzen im Bastelraum und überlegen, was die Kinder gerne im neuen Projekt an Aktionen machen wollen. Nach einigen Ideen fällt ihnen ein, dass sie Sabrina besuchen möchten. Ich frage nach: „Gut, aber wie finden wir denn heraus, wo Sabrina wohnt?“

Die Kinder haben zunächst keine Idee und schließlich sagt Kurtulus: „Wir müssen nachdenken!“
Also denken wir nach. Als einige Zeit verstrichen ist, bemerkt ein Kind: „Wir müssen losgehen!“
Aha, Losgehen ist das Stichwort. Wir ziehen uns an, nehmen Paul und Ebru mit und treffen uns auf der Bank vor der Kita. Da haben wir das nächste Problem. Welche Richtung ist die richtige?

Gemeinsam entscheiden wir uns nach rechts zu gehen. Vor dem nächsten Hauseingang bleiben wir stehen und Ayla sagt: „Du musst jetzt gucken, ob da Sabrina steht.“ Ich lese den Kindern die dort auf dem Klingelbrett stehenden Namen vor, aber Sabrina ist nicht dabei. Plötzlich fällt einem Kind ein, dass Sabrina ja immer aus der anderen Richtung kommt. Paul und Ebru im Schlepptau geht es in die andere Richtung. An der Ecke angekommen, herrscht große Ratlosigkeit. Wir gehen zurück auf unsere Bank und Vincent sagt: „Sabrina, die wohnt doch ganz, ganz, ganz, gaaaaaanz weit weg. Aber ich, ich wohn da, gleich da, nur bis zur nächsten Straße, da wohn ich schon. Ganz in der Nähe.“
Super Idee, wir beschließen, morgen lieber zu Vincent zu gehen, denn der wohnt näher dran. Am nächsten Tag bleibt spannend, ob denn die Kinder sich wieder zusammenfinden, und was wohl passiert, wenn Vincent sich für einen anderen Projektetrupp entscheidet. Aber alle sind wieder dabei, und wir können sofort starten. Vincent darf vorne laufen, denn er weiß ja, wo es lang geht. Er möchte gerne Aaron an seiner Seite haben. Mit schnellem Schritt erreichen wir das Haus, in dem Vincent wohnt und überlegen, wie wir jetzt ins Haus kommen. Klingeln dürfen wir nicht. Als sich einige Kinder gegen die Tür lehnen, gibt diese nach, da die Flügeltür nicht richtig eingehakt ist. Die Kinder werden aber alle wieder hinausgescheucht, denn so leicht wollen wir es uns nicht machen. Ich hake die Tür wieder ein und schließe sie, und trotz mehrmaligem Probieren gibt sie nicht mehr nach. Ich erkläre, dass diese Tür bestimmt nur aus Versehen nicht richtig zu war, denn eigentlich sind Haustüren immer geschlossen. Vincent erlaubt uns nicht zu klingeln, weil man hier mit dem Schlüssel aufschließen muss. Wir machen ein Foto von Vincent vor seiner Haustür, auf dem auch die Hausnummer gut zu sehen ist.
Ich sage den Kindern: „Ich habe viele Schlüssel, vielleicht passt ja einer.“ Meine Privatschlüssel werden von Selim sofort ausgeschlossen. Also ziehe ich mein Kitaschlüsselbund hervor. Alle Schlüssel werden getestet, aber selbst der lila Schlüssel passt nicht in die lila Tür. Aber dann hat Vincent eine neue Idee: „Gleich da um die Ecke ist noch ein Eingang, da kommt man auch rein.“
 
Nun gut, wir gehen um die Ecke und siehe da, dort ist ein Hofeingang. Vincent führt uns über den Hinterhof vor seine zweite Haustür, die grün ist. Auch hier machen wir wieder ein Foto. Die Tür steht offen, und er zeigt uns, wo man klingeln müsse, um herein zu kommen. Beim genauen Ansehen der Tür finden wir unten in der Ecke etwas, das wir unbedingt genauer betrachten müssen. Es ist eine große schwarze Spinne, die sich aber nicht bewegt. Imaad tippt sie vorsichtig mit dem Finger an, aber keines der Kinder mag sie anfassen. Ich mache den Vorschlag, dass wir sie mitnehmen könnten, und nachdem ich sie auf der Hand habe, trauen sich auch die Kinder sie anzufassen. Wir beschließen, sie in der Hülle des Fotoapparates zu transportieren. Mit Paul und Ebru und der Spinne steigen wir die Stufen hinauf und stehen schließlich vor Vincents Wohnungstür. Leider öffnet uns trotz Vincents energischem Klingeln niemand die Tür. Nach einer kurzen Überlegung, wo denn die Mama sein könnte ("arbeiten", ein Vorschlag von Aaron, wird von Vincent verneint "nur der Papa würde arbeiten gehen") gehen wir zurück zur Kita. Die Spinne legen wir in einen Marmeladenglasdeckel und stellen ihn auf die Fensterbank im Spieleraum.
So also begann unser neues Projekt und es endete damit, dass die Kinder am Ende wussten, wo Kleine und Große unserer Kita wohnen.
 

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